Die Wirkung von Farben auf Demenzpatienten

Dass Farben auf uns Menschen wirken und unsere Stimmung beeinflussen können, spiegelt sich in vielen Lebensbereichen wider. Ihr Zuhause gestalten Sie so, dass Sie sich darin wohlfühlen. Dabei stellen Sie die Wandfarben, die Möbel und auch Dekorationsartikel so zusammen, dass es harmonisch wirkt. Sicherlich haben Sie sich auch schon in manchen Räumen wohler gefühlt als in anderen, einfach nur, weil die Farbgebung für Sie angenehmer war.

Ähnlich verhält es sich bei Menschen mit Demenz. Diese nehmen ihre Umgebung oft sehr intensiv wahr. Farben sind bei der Gestaltung von Räumlichkeiten, aber auch bei der täglichen Arbeit mit dementiell erkrankten Menschen sehr wichtig. Ob Sie Ihre Angehörigen Zuhause pflegen oder in unsere Obhut geben, die Umgebung muss für Demenzpatienten anders gestaltet sein oder werden. Warum das so ist und wie wir Sie dabei unterstützen können, für Ihre Lieben ein schönes und sicheres Refugium zu schaffen, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.    

Sicher(er) leben mit Demenz

Laut einer Studie leben in Deutschland derzeit ca. zwei von drei dementiell erkrankten Menschen weiterhin in ihrem eigenem Zuhause. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Leben in gewohnter Umgebung und der Wunsch nach Selbstständigkeit, solange es möglich ist. Ein Wunsch, den Sie als Angehörige und wir in der Pflege von Demenzpatienten sehr gut verstehen und unterstützen möchten. Wenn die Krankheit aber voranschreitet, fällt es auch ihren Lieben immer schwerer, Gefahrenquellen in den eigenen vier Wänden oder im Freien einzuschätzen. Dann gilt es für Sie und auch für uns, Ihre Angehörigen im weiteren Verlauf ihrer Erkrankung vor Gefahren zu schützen. Dabei helfen Farben, besondere Hilfsmittel und das Verständnis für Ihre Lieben und deren neue Bedürfnisse.

Vielleicht sind Ihnen bei einem Besuch unserer Einrichtungen die unterschiedlich gestalteten Räume aufgefallen? Wir bieten unseren Bewohnern die Möglichkeit, ihren Wohnraum individuell und bedarfsgerecht zu gestalten. Wichtig dabei ist, die räumliche Gestaltung so umzusetzen, dass sie behaglich ist. Eine Reizüberflutung muss vermieden werden, um die pflegebedürftige Person nicht zu verwirren. Neben den Farben spielt auch die Beleuchtung bei fortschreitender Demenz eine große Rolle, da diese der räumlichen und zeitlichen Orientierung dient. Wir beraten und informieren Sie dazu gern.

Unsere Tipps für die Gestaltung eines demenzgerechten Zuhauses

  • Gestalten Sie Wohnräume hell und freundlich
    Arbeiten Sie mit angenehmen Pastelltöne, um eine warme und positive Atmosphäre zu schaffen. Diese verbinden Demenzpatienten eher mit positiven Erinnerungen und Emotionen.
  • Arbeiten Sie lieber mit einfarbigen Flächen.
    Bedenken Sie immer, dass Demenzpatienten Farben und Formen anders wahrnehmen. So können Muster an den Wänden auf Flächen s Ihre Lieben eher verwirren.
  • Nutzen Sie Kontraste – aber in Maßen.
    Um Ihre Angehörigen bei der Orientierung im Wohnraum zu unterstützen, nutzen Sie für beispielsweise für Lichtschalter oder Toilettenbrillen kontrastreiche Farben. Kontraste ja, aber nur in Maßen.
  • Nutzen Sie eine Signalfarbe bei wichtigen und alltäglichen Gegenständen
    Damit ihre Lieben im Alltag zurechtkommen, ist es sinnvoll, beispielsweise Geschirr und Besteck in einer Signalfarbe wie Rot zu haben. Dies gilt auch für andere alltägliche Bereiche im eigenen Haushalt.
  • Verwenden Sie für Türen dunkle Vorhänge
    Dementiell erkrankte Menschen haben eine Lauftendenz. Um diese abzuschwächen, können Sie Türen beispielsweise mit dunklen Vorhängen verdecken. Dunkle Farben wirken eher abschreckend.

Welche Farben sind für Demenzpatienten geeignet

Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass ältere, aber vor allem an Demenz erkrankte Menschen, bei denen die kognitiven Fähigkeiten nachlassen, ihre Umgebung eher emotional wahrnehmen. Neben Emotionen wecken Farben auch Erinnerungen. In der täglichen Arbeit mit Demenzpatienten ist das ein wichtiger Aspekt. Das Langzeitgedächtnis ist der Teil im Gehirn, den die Krankheit zuletzt betrifft.

Da auch das Farbensehen nachlässt, weil die Pupille sich verengt und weniger Licht durchdringt, sind Rottöne in verschiedenen, aber hellen Nuancen gut geeignet, weil diese vom Auge noch am besten wahrgenommen werden. Angenehmes und pastelliges Rot suggeriert Wärme und Behaglichkeit. Es sollte stets darauf geachtet werden, wie Ihr Angehöriger darauf reagiert. Rot als Signalfarbe ist bei Demenzpatienten als solche genutzt sehr sinnvoll und praktikabel. Weniger ist mehr.

Orangene Töne wirken heiter und strahlen Lebensfreude aus. Dadurch sind sie passend für Gesellschaftsräume. Auch hier lieber Pastelltöne für größere Flächen nutzen und mit kräftigen Nuancen lediglich Akzente setzen. Orange wirkt, so die Farbtheorie, zudem auch appetitanregend. Grün als Farbe der Natur, macht die Umgebung für Ihre Lieben ruhig und harmonisch. Darüber hinaus stimuliert die Farbe mit einem höheren Gelbanteil, beispielsweise als Lindgrün auch sanft.

Blau und Violett kann in Pastelltönen ebenfalls beruhigend und entspannend wirken. Sie sollten gemeinsam und mit Bedacht herausfinden, wie Ihre Lieben auf bestimmte Farben reagieren. Vermeiden Sie bitte dunkle Farben, da diese oft Angst auslösen. Wie in unseren Tipps beschrieben, helfen dunklere Farben lediglich dabei, die Lauftendenz bei Demenzpatienten zu minimieren.

Wir empfehlen in jedem Fall die Abstimmung von Farben und tageslichtähnlicher Beleuchtung aufeinander. Damit erzielen Sie positive Effekte und setzten Ihre lieben Angehörigen keinen Reizüberflutungen aus.

Pflege bei uns ist Pflege mit Herz

Auch wenn eine Demenzerkrankung kontinuierlich voranschreitet, möchten wir mit einer einfühlsamen und individuellen Pflege die Lebensqualität unserer Patienten und Gäste steigern. Sie interessieren sich für unser Pflegeangebot? Kommen Sie gern auf uns zu. Wir informieren Sie uns ihre pflegebedürftigen Angehörigen gern.