Biographiearbeit in der Pflege

Ein Seniorenzentrum ist ein Ballungsraum von Lebensweisheit und spannenden Biographien. Jede von ihnen so einzigartig wie berührend, jede davon wert, gehört zu werden. Doch mit zunehmendem Alter verschwimmen die Erinnerungen oft, vor allem wenn eine Demenzerkrankung auftritt. Biographiearbeit leistet hier einen wichtigen Beitrag, stets den Menschen hinter dem Pflegefall zu sehen.


Was ist Biographiearbeit?

Jeder Mensch ist letztendlich die Summe seiner Erfahrungen. Unsere Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen sind in der Regel von dem geprägt, was wir persönlich erlebt haben. Die Erinnerung daran ist Teil unserer Identität. Doch was, wenn diese Erinnerungen verblassen oder sogar komplett verschwinden, etwa bei Demenzpatienten?


Dann liegt es an uns, den Pflegenden und den Angehörigen, die Identität eines lieben Menschen zu bewahren. Zum einen ermöglicht das, nicht allein den Pflegefall zu sehen, sondern den Menschen dahinter. Zum anderen ermöglicht Biographiearbeit Pflegefachkräften, besser auf die Bedürfnisse und Verhaltensweisen älterer, oft an Demenz erkrankter Menschen einzugehen. Für jeden Pfleger, auch hier beim Flechtinger Pflegedienst tritt daher im Pflegealltag historische und biografische Neugier an die Stelle von routinemäßiger Konversation.


Bedeutung für die Pflege

Am Anfang einer erfolgreichen Betreuung und Biographiearbeit steht immer von Herzen kommendes Interesse, ein offenes Ohr und eine gute Beobachtungsgabe. So können wir die Bedürfnisse jedes Einzelnen entschlüsseln, selbst wenn er sie nicht direkt ausspricht. Das Wissen um die Herkunft, Lebensumstände, Vorlieben oder Abneigungen ermöglicht maßgeschneiderte Pflege, durch die die individuellen Fähigkeiten des Pflegebedürftigen aktiviert werden.
Oft bieten wir im Rahmen der Pflege motorisches Training oder andere Aktivitäten an, durch die die Fähigkeiten des Pflegebedürftigen erhalten und gestärkt werden sollen. Biographiearbeit macht es möglich, diese Pflegeangebote zu personalisieren und für den Pflegebedürftigen angenehm zu gestalten. In vielen Fällen können so die positiven Erinnerungen einer Person in das Gedächtnis zurückkehren.


Doch zu einem Menschenleben gehören nicht nur positive Erinnerungen. Im letzten Lebensabschnitt werden viele Erlebnisse, manchmal für Jahre verdrängt, erneut verarbeitet oder bewältigt. Aufgestaute Konflikte, Trauer, Belastungen, politische Ereignisse, Schicksalsschläge werden noch einmal im Geiste ausgetragen. In diesen nicht immer einfachen Momenten stehen wir Menschen als Gesprächspartner, Zuhörer und Freund zur Seite.


Methoden der Biographiearbeit

1) Gedächtnistraining
Den Mittelpunkt der Biographiearbeit bildet das Gedächtnistraining. Mit gezielten und aktivierenden Fragen arbeiten wir mit dem Pflegebedürftigen gemeinsam die Lebensgeschichte auf. Vor allem das sozial-historisch biographische Gespräch zielt darauf ab, den Menschen vor dem Hintergrund seiner Zeit zu verstehen.


2) Kommunikation fördern
Über Erfahrungen zu sprechen ist ein wichtiger und natürlicher Mechanismus, Erlebtes zu bewältigen. Es hilft, Gefühle wie Freude, Liebe, Glück aber auch Wut, Schuld oder Scham zu verbalisieren und Teil der eigenen Identität werden zu lassen. Betrachtung des eigenen Lebens im Rückblick ist Grundlage bei der Sinnfindung. Und schließlich sind Erinnern und Biographiearbeit nicht von verbaler Kommunikation loszulösen. Daher ist es unsere Aufgabe die Kommunikationsfähigkeit des Pflegebedürftigen zu stärken, im Umgang mit Pflegepersonen, aber auch im persönlichen Umfeld. Dies kann spontan oder geplant stattfinden, in Gesprächen, wohl überlegten Fragen im Pflegealltag oder durch gesellige Anlässe.


3) Aktivitätsorientiertes Erzählen
Hierbei liegt der Fokus weniger auf dem Gespräch als auf dem aktiven Gestalten. Zeitleisten, ein Lebensbaum, Zeugnisse des eigenen Schaffens wie Schulzeugnisse oder Urkunden, bedeutende Orte, Bildbände und ähnliche Projekte sind fester Bestandteil der Identität einer Person und sind gut geeignet, Erinnerungen zu aktivieren.


Biographiearbeit in Flechtingen

Mit der biographischen Vielfalt jedes Pflegebedürftigen täglich umzugehen ist eine Bereicherung und ein sehr schöner Aspekt unserer Arbeit. Doch sie bringt auch ihre eigenen Herausforderungen. Es erfordert viel Geduld und Einfühlungsvermögen die richtigen Schlüsse zu ziehen und Aktivitäten im Pflegealltag für jeden Einzelnen befriedigend zu gestalten. Doch wir beim Flechtinger Pflegedienst nehmen diese Herausforderung gerne an. Vor allem im Umgang mit Demenzkranken sind wir uns unserer Verantwortung und der Bedeutung von Biographiearbeit bewusst. Wenn individuelle Merkmale einer Person durch Krankheit beeinträchtigt werden, können Fähigkeiten durch gezielte Förderung erhalten werden und der Alltag gewinnt an Bedeutung.


Möchten Sie gerne mehr über den Flechtinger Pflegedienst und unser Pflegekonzept erfahren? Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch.

Geänderte Besuchsregelung / Testpflicht für alle Besucher

Liebe Angehörige und Besucher,

die aktuelle SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt sowie das aktuelle Infektionsschutzgesetz und die bundesweit in Kraft getretene Coronavirus-Testverordnung regeln maßgeblich die Besuche in Pflege-einrichtungen.

Ein negatives Coronavirus-Testergebnis (PoC-Test nicht älter als 24 Stunden oder PCR-Test nicht älter als 48 Stunden) ist Voraussetzung für den Zutritt in unsere Einrichtung, sowie das Tragen einer FFP 2 Maske – dies ist unabhängig vom Impfstatus.

Bitte nutzen Sie dafür die kostenlose Bürgertestung. Mit der neuen Testverordnung werden Bürgertestungen unter anderem für Besucher, die in Pflegeeinrichtungen untergebrachte Personen besuchen – kostenfrei ermöglicht.

Die Anspruchsberechtigung wird auf Grundlage eines bundeseinheitlichen Formulars zur Verfügung gestellt, welches Sie von der Einrichtungsleitung ausgefüllt ausgehändigt bekommen.

Bitte seien Sie uns weiterhin behilflich bei der Umsetzung folgender vorgeschriebener Maßnahmennahmen:

  • Klingeln Sie bitte (auch wenn die Haustür offen ist) und melden sich beim Personal an und halten Ihr negatives Testergebnis bereit.
  • Halten Sie die nötigen Hygiene- und Abstandregeln ein.
  • Tragen Sie während des gesamten Aufenthalts die FFP 2 Maske.
  • Bitte betreten Sie nicht die Gemeinschaftsräume.

 

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass wir als Pflegeeinrichtung nach § 6 Abs. 1 der Coronavirus-Testverordnung nicht dazu berechtigt sind, einen 3G-gültigen Testnachweis auszustellen.

Herzlichen Dank für Ihr Verständnis!
Die Geschäftsleitung

Flechtingen, 02.11.2022