Wie mit Altersdepressionen umgehen?

Depressionen und depressive Verstimmungen zählen zu den weltweit häufigsten Erkrankung. Ebenso werden sie häufig unterschätzt. Auch Senioren bleiben hier nicht verschont. Altersdepressionen gehören neben dementiellen Erkrankungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Im Grunde unterscheiden sich Altersdepressionen nicht von depressiven Erkrankungen jüngerer Menschen. Dennoch gibt es einige Besonderheiten. Sie zu erkennen hilft Betroffenen, Angehörigen und Pflegekräften besser mit einer Depression umzugehen.

Woran erkenne ich eine Altersdepression? 

Eine Depression, ob im hohen Alter oder bei jüngeren Menschen, ist immer eine ernstzunehmende Erkrankung und muss von einem vorübergehenden Stimmungstief unterschieden werden. Eine Depression zu erkennen und konsequent zu behandeln, ist besonders im Alter wichtig. Denn hier wird die Erkrankung von noch größeren Risiken begleitet als bei jüngeren Menschen.

Depressionen können besonders im Alter vielfältige Ursachen haben. Häufig werden psychische Leiden und der allgemeine Gemütszustand aus Sorge um die körperliche Gesundheit vergessen. Dennoch gibt es einige Anzeichen, an denen man eine depressive Erkrankung erkennen kann:

  • bisher geliebte und gerne ausgeführte Tätigkeiten nehmen einen weniger wichtigen Stellenwert im Alltag von Betroffenen ein.
  • Die Stimmung ist über Tage in einem Tief, ohne Möglichkeit der Aufheiterung
  • Der Patient zieht sich immer weiter zurück
  • Permanente Unruhe oder Schlaflosigkeit oder verminderter Appetit

Wie entsteht eine Altersdepression? 

Genauso vielfältig wie die Symptome und Auswirkungen, so vielschichtig sind auch die Ursachen. Depressionen können sowohl Krankheiten als auch psychosoziale Ursachen zugrunde liegen.

Studien ergeben beispielsweise, dass ein drittel aller Schlaganfallpatienten depressive Verstimmungen zeigen. Im Fachjargon sprechen Ärzte hier von der sogenannten „Post Stroke Depression“. (www.schlaganfall-hilfe.de ) Auch die Kombination bestimmter Medikamente wie Schlafmittel oder Schmerzmittel erhöhen das Depressionsrisiko.

Ebenso begünstigen einschneidende Erlebnisse die Entstehung einer Depression. Der Wechsel von der Berufstätigkeit in die Rente, der Tod des Partners oder Freunden, die räumliche Trennung von Kindern und Enkeln. All das kann sich auf die Psyche von Senioren auswirken.

Ungeachtet der Ursache: Leiden Senioren und Pflegebedürftige an Depressionen oder besteht ein erhöhtes Risiko, so sind wir als Pflegende oder Angehörige gefragt, die Anzeichen zu erkennen und darauf zu reagieren.

Handeln ist wichtig!

Menschen mit Depressionen ziehen sich oft ins Bett zurück, bewegen sich weniger und achten weniger auf eine ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Was ein junger Körper häufig noch wegstecken kann, ist im Alter mit Risiken für die Gesundheit verbunden. So wird durch die Altersdepression ein Teufelskreis in Gang gesetzt, den Betroffene nur mit Hilfe von außen durchbrechen können. Verringerte soziale Kontakte und weniger Bewegung begünstigen die Entstehung weiterer Erkrankungen, welche wiederum zu noch weniger Aktivität führen.

Daher ist viel Fingerspitzengefühl und Geduld hier besonders wichtig. Menschen mit Depressionen nehmen vieles verstärkt wahr. Jedoch bedeutet dies nicht, dass das Wahrgenommene nicht real wäre. Zeigen Sie Ihrem Angehörigen, dass Sie für ihn da sind und ihn verstehen.

Was Angehörige bei Altersdepression tun können

Wissen und Information ist der beste Weg, den Gegenüber zu verstehen. Auf dem Gebiet der Altersdepression gibt es viele Fachinformationen, die Ihnen helfen, die Erkrankung Depression zu verstehen und Wege zu erschließen, Betroffenen zu helfen. Wertvolle Informationen erhalten Sie ebenso beim behandelnden Arzt Ihres Angehörigen.

Fragen Sie einen Arzt

Eine Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Daher ist es genauso wichtig, ärztliche Hilfe zu suchen. Betroffenen sehen oftmals nicht die Notwendigkeit, oder haben keine Kraft, selbst einen Arzt aufzusuchen. Daher kommt es auch hier besonders auf Geduld an, um mit ihrem Angehörigen zum Arzt zu gehen. Doch die Geduld und die Mühe lohnen sich. Ihr Arzt wird Ihnen eine individuelle Therapie empfehlen, mit welcher Sie die Lebensqualität des Patienten verbessern können.

Behandlung von Altersdepressionen

Bei der Behandlung einer Altersdepression steht ein psychotherapeutischer Zugangsweg im Fokus. Die speziellen Probleme und Konflikte, die mit dem Älterwerden in Zusammenhang stehen, sollen so verarbeitet werden. Auch eine medikamentöse Behandlung kommt oft in Betracht. Jedoch kommt es hier auf eine gute Koordination mit anderen Fachärzten an, da bei Senioren häufig andere Medikationen bestehen.

Überfordern Sie sich nicht!

Eine Depression belastet nicht nur den Patienten, sondern auch Angehörige und Freunde. Behalten Sie daher doch Ihre eigenen Grenzen im Blick und achten selbst auf ausreichend Ruhe. Vor allem suchen Sie sich frühzeitig professionelle Hilfe, um die Pflege Ihres Angehörigen sicherzustellen. Auf der Website des Bundesverbandes der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen BApK (www.bapk.de ) erhalten Sie dazu wichtige Tips und Hilfe zur Selbsthilfe.

Altersdepression und Corona

Durch Kontaktbeschränkungen und andere Maßnahmen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen, hat sich der Alltag vieler stark verändert. Das wirkt sich ebenfalls auch auf den Umgang mit Pflegebedürftigen aus. Gerade Senioren leiden besonders darunter. Was können pflegende Angehörige tun, um dennoch ein Gefühl der Geborgenheit und Wärme zu vermitteln?

In den Meisten Fällen leiden Senioren unter Einsamkeit. Sie vermissen die Teilhabe am aktiven Leben. Häufig reicht bereits schon ein Anruf oder andere kleine Aufmerksamkeiten wie eine selbstgebastelte Karte, um dem Betreffenden zu zeigen, dass sie nicht vergessen wurden und im Alltag noch ein Rolle spielen. Eine wertschätzende Kommunikation sowie ein hörendes Ohr in der Pflege spielen ebenso eine wichtige Rolle.

Pflege beim Flechtinger Pflegedienst

Unser liebevolles Pflegeteam ist darauf geschult, auf die individuellen Bedürfnisse unserer Patienten und Bewohner einzugehen. (Mehr dazu in unserem Blogartikel zum Thema Validation). Sollten wir daher bei der Pflege bemerken, dass eine Altersdepression vorliegt, stehen wir Angehörigen und Patienten mit Rat und Tat zur Seite. Und vor allem können Sie sicher sein: Beim Flechtinger Pflegedienst pflegen wir mit Herz und Verstand.

Zum Weiterlesen:

Website des Ärzteblattes: Lesenswerter Artikel zum Thema Altersdepressionen

Apotheken-Umschau:
Allgemeine Informationen zum Thema Depressionen

Ratgeber – Psychotherapiesuche:
Psychotherapiesuche

Geänderte Besuchsregelung / Testpflicht für alle Besucher

Liebe Angehörige und Besucher,

die aktuelle SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt sowie das aktuelle Infektionsschutzgesetz und die bundesweit in Kraft getretene Coronavirus-Testverordnung regeln maßgeblich die Besuche in Pflegeeinrichtungen.

Ein negatives Coronavirus-Testergebnis ist Voraussetzung für den Zutritt in unsere Einrichtung – dies ist unabhängig vom Impfstatus.

Bitte beachten Sie, dass wir als Pflegeeinrichtung nach § 6 Abs. 1 der Coronavirus-Testverordnung nicht dazu berechtigt sind, einen 3G-gültigen Testnachweis auszustellen.

Um unsere Bewohner und Mitarbeiter weiterhin vor einer Infektion zu schützen, ist es unbedingt erforderlich, sich an die Anweisungen des Pflegepersonals zu halten!

  • Klingeln Sie bitte (auch wenn die Haustür offen ist) und melden sich beim Personal an.
  • Desinfizieren Sie ihre Hände und legen unverzüglich den von uns bereitgestellten medizinischen Mund-Nasen-Schutz
  • Halten Sie den nötigen Sicherheitsabstand ein.
  • Tragen Sie während des gesamten Aufenthalts den Mund-Nasen-Schutz.
  • Bitte betreten Sie nicht die Gemeinschaftsräume.
  • Unsere Mitarbeiter sind verpflichtet einen Anwesenheitsnachweis zu führen.


Herzlichen Dank für Ihr Verständnis!

Die Geschäftsleitung

Flechtingen, 24.11.2021