Bewegung in der Pflege fördern – Nützliche Informationen für die Pflege von Angehörigen

Der menschliche Körper ist nicht nur ein Wunderwerk der Natur, er ist auch in jeglicher Hinsicht auf Bewegung ausgelegt. Dabei spielen das Herz-Kreislauf-System, aber auch die Knochen, die Muskeln und Bänder eine große Rolle. Zusammen ermöglichen sie unsere Bewegung, die sich, solange alles beweglich bleibt, positiv auf den gesamten Körper auswirkt.

Studien zufolge verbringen ältere und pflegebedürftige Menschen ihren Alltag oft im Sitzen oder im Liegen. Die eigene gesundheitliche oder körperliche Einschränkung, beispielsweise bei Gangstörungen oder schlechtem Sehen, bremst die Mobilität oft aus. Fehlende Motivation oder Unterstützung, aber auch die Angst vor Stürzen tragen ebenfalls zu einem Bewegungsmangel bei. Dabei wirkt sich die Bewegung auf die eigene Muskelkraft, das Gleichgewicht und die Koordinationsfähigkeit aus.

Regelmäßige körperliche Aktivität ist deshalb gerade im Alter und bei Pflegebedürftigen sehr wichtig. Zum einen, um die Beweglichkeit und damit auch die Selbstständigkeit und Alltagsfähigkeit zu fördern. Und zum anderen, um die geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten. Wie sinnvoll es ist, Ihre lieben Angehörigen zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen in Bewegung zu bleiben, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

Bewegung als Prophylaxe

Die Bewegung im Allgemeinen und vor allem an der frischen Luft bringt nicht nur den Kreislauf in Schwung. Sie stärkt nachweislich auch das Immunsystem. Darüber hinaus entgiftet die regelmäßige Bewegung auch den Körper und macht ihn, gerade in der kalten und nassen Jahreszeit weniger anfällig für Erkältungskrankheiten.

Zahlreiche Studien zum Thema Bewegung im Alter belegen, dass sich moderater Sport oder gezielte Mobilitätsübungen positiv auf den Körper und Geist auswirken. So wird nicht nur die eigene Kraft und Ausdauer stetig trainiert, sondern auch die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit verbessert. Damit verringert sich beispielsweise auch die Sturzgefahr bei pflegebedürftigen Menschen.

Im Übrigen senkt eine gute Mobilität auch das Risiko für Gelenkversteifungen, lange Bettlägerigkeit, Wundgeschwüre oder Magen-Darm-Probleme aufgrund eines Bewegungsmangels. 

Alltag in Bewegung

Generell empfehlen wir in der Pflege von Menschen mit einem gewissen Grad an Pflegebedürftigkeit eine gezielte, ausreichende und vor allem regelmäßige Bewegung. Dabei geht es in erster Linie um das Wohlbefinden. Und das kann zum Beispiel auch ein gemeinsamer täglicher Spaziergang von 30 Minuten positiv beeinflussen.

Aber nicht nur das, denn die Beweglichkeit oder Mobilität Ihrer Angehörigen zu fördern, bedeutet für diese auch, sich im Großen oder Kleinen ihre Selbstständigkeit zu bewahren.
Hierbei können Sie als Angehörige zum Beispiel als Motivatoren oder durch Hilfestellungen agieren:

  • Langsames, wiederholtes Treppensteigen
  • Leichte Gartenarbeiten oder Balkonpflege
  • Tanzen oder rhythmisches Bewegen unter Anleitung
  • Bettgymnastik unter Anleitung
  • Eigenständige Körperpflege (Waschen, Haare kämmen, Zähneputzen)


Speziell für unsere Demenzpatienten oder Ihre Angehörigen mit einer demenziellen Erkrankung gibt es einige sinnvolle Übungen und auch Hilfsmittel. Diese können wir oder auch Sie in den Pflegealltag integrieren, um die Beweglichkeit oder die kognitiven Fähigkeiten zu fördern und so auch das Sturzrisiko zu minimieren. Gerne beantworten wir dazu Ihre Fragen.

Bitte vergewissern Sie sich aber zu jeder Zeit, dass es Ihren Lieben gutgeht. Gehen Sie auf die Bedürfnisse ein und muten Sie Ihren pflegebedürftigen Angehörigen und sich selbst nie zu viel zu. Zögern Sie nicht, beispielsweise auch den Rat von Physiotherapeuten oder Fachärzten hinzuzuziehen.

Hilfsmittel erlaubt

Nicht nur Sie als pflegende Angehörige sind eine große Unterstützung, um den Alltag zu erleichtern. So gibt es neben einer entsprechenden Ausstattung im eigenen Zuhause einige Hilfsmittel, die Sie bei der Kranken- oder Pflegekasse beantragen können, um die Beweglichkeit und die Selbstständigkeit Ihrer Lieben zu erhalten. Dazu gehören:

  • Rollstühle für jeden Bedarf
  • Gehgestelle ohne Räder
  • Gehgestelle mit Rädern (Deltarad, Rollator)
  • Gehstützen  

Bewegung auch für Pflegende

Pflegende werden körperlich und auch psychisch sehr beansprucht. Durch bestimmte Abläufe im Pflegealltag wird der Körper oft nur einseitig belastet, was zu Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen führt. Darüber hinaus sind auch Erschöpfung, Schlafproblematiken und depressive Verstimmungen keine Seltenheit. Um dem entgegenzuwirken, ist regelmäßige Bewegung und Sport sinnvoll und wichtig. Nicht nur, um die eigene Kondition und Beweglichkeit zu verbessern, sondern auch, um Stress abzubauen und das Wohlbefinden zu steigern. Gezielte Übungen helfen die Rückenmuskulatur zu stärken, um Schmerzen oder auch Verletzungen vorzubeugen. Damit Sie anderen helfen können, beweglich zu bleiben, müssen Sie es selbst sein. Tun Sie sich öfter selbst etwas Gutes.

Um die Beweglichkeit oder Mobilität Ihrer Angehörigen zu fördern und sie damit in vielerlei Hinsicht zu bestärken ist für die ganze Familie, aber auch für uns als Pflegekräfte wichtig und notwendig. Dabei stehen die Individualität des Menschen, seine Bedürfnisse und Erkrankungen im Vordergrund, um die verschiedenen Bewegungskonzepte gezielt anwenden und damit helfen zu können. Wir beim Flechtinger Pflegedienst planen diese Bewegungskonzepte in den jeweiligen Pflegealltag mit ein. Und beraten Sie dazu gern.